TROTZ ALLEM - Mein Leben gehört mir...

Ein autobiografisch inspirierter Text
Nach dem Lebensbericht von Rainer Höflacher
in Zusammenarbeit mit ChatGPT

Hinweis zur Erzählweise

Dieser Text ist eine literarische Bearbeitung des autobiografischen Ausgangstextes. Er ordnet die Lebensereignisse zu einer zusammenhängenden Ich-Erzählung und verdichtet Übergänge und Reflexionen. Wo der Ausgangstext keine konkreten Dialoge oder Szenen überliefert, werden keine vermeintlich wörtlichen Erinnerungen behauptet. 

   Rainer Höflacher im Sept. 2026

Prolog – Ein Leben ist mehr als seine Diagnose

Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, sehe ich keine gerade Linie. Ich sehe Wege, die plötzlich endeten, Türen, die sich unerwartet öffneten, Jahre, in denen ich kaum einen Schritt vorwärtskam, und Zeiten, in denen ich beinahe zu viel auf einmal wollte.

Ich war oft in psychiatrischen Kliniken. Ich habe Psychosen erlebt, die mir die Wirklichkeit unter den Füßen wegzogen. Ich kenne die Angst, die Verwirrung und die Hilflosigkeit. Ich kenne auch lange depressive Jahre, in denen selbst das Aufstehen zu einer Aufgabe wurde, die größer schien als meine Kräfte. Und doch ist mein Leben nicht auf diese Erfahrungen zusammengeschrumpft.

Ich habe gelernt, Beziehungen zu schätzen, Verantwortung zu übernehmen und Menschen nicht zuerst nach ihrer Leistungsfähigkeit zu beurteilen. Ich habe eine Frau gefunden, die mich liebt und der ich vertraue. Ich habe eine Aufgabe gefunden, die mir Sinn gab. Ich habe einen Glauben entwickelt, der mich trägt, auch wenn ich mit ihm noch immer ringe.

Dies ist keine Geschichte von einer wundersamen Heilung. Meine Erkrankung ist nicht einfach verschwunden. Auch heute gibt es Grenzen, Unsicherheiten und Tage, an denen ich mit mir selbst unzufrieden bin. Es ist die Geschichte davon, wie ein gutes Leben trotz einer schweren psychischen Erkrankung möglich werden kann – nicht perfekt, nicht ohne Rückschläge, aber wirklich und lebenswert.

1 – Vor dem Bruch

Ich wurde 1961 geboren und wuchs in Stuttgart auf. Wenn ich an meine Kindheit denke, sehe ich zunächst ein Leben, das von außen betrachtet ziemlich gewöhnlich war. Ich war ein guter Schüler, kam ohne Schwierigkeiten aufs Gymnasium und bewegte mich in einem Umfeld, in dem ich akzeptiert wurde. Ich wurde nicht gemobbt und fühlte mich nicht ausgegrenzt.

Sport spielte eine große Rolle. Ich spielte Fußball und Tischtennis, und im Tischtennisverein brachte ich es zeitweise bis in die Landesliga. Ich mochte den Wettkampf, die Konzentration und das Gefühl, durch Übung besser zu werden. Auch in der Schule kam ich zurecht. Besonders in den Fächern, die mich interessierten, konnte ich gute Leistungen zeigen.

Zu Hause war nicht alles einfach. Meine Eltern liebten mich und unterstützten mich, aber ihre Ehe war schwierig. Die Auseinandersetzungen zwischen ihnen belasteten mich. Meine Mutter war mir besonders nahe. Sie kümmerte sich um vieles und nahm mir manches ab, was mir schwerfiel. Damals empfand ich das vor allem als Fürsorge. Erst viel später begriff ich, dass diese Nähe auch eine Abhängigkeit entstehen ließ.

Bis ich ungefähr achtzehn war, hatte ich Freunde, Interessen und Pläne. Dann veränderte sich etwas. Ich zog mich tagsüber immer häufiger in mein Zimmer zurück. Meine schulischen Leistungen wurden schlechter. Abends war ich mit meiner Clique unterwegs, oft bis spät in die Nacht. Gleichzeitig lastete der Druck des bevorstehenden Abiturs auf mir. Hinzu kam eine unglückliche Liebe. Was sich in mir zusammenbraute, konnte ich damals nicht verstehen.

Ich hielt mich für jemanden, der sein Leben im Griff hatte. Dass mein inneres Gleichgewicht längst brüchig geworden war, bemerkte ich nicht.

2 – Bad Urach

1981 fuhr ich mit Mitschülern zu einer Freizeit nach Bad Urach. Wir hatten gemeinsam ein Haus gemietet. Für mich sollte es eine Auszeit vor dem Abitur sein. Stattdessen wurde diese Reise zum Beginn meiner ersten akuten Psychose.

Meine Wahrnehmung veränderte sich. Vertraute Menschen erschienen mir plötzlich bedrohlich. Ich glaubte, meine Freunde wollten mich vergiften. Ein befreundetes Paar verwechselte ich mit göttlichen Engeln. Gedanken, die für andere keinen Sinn ergaben, waren für mich unumstößliche Gewissheiten. Ich konnte nicht mehr unterscheiden, was aus meiner Angst kam und was tatsächlich geschah.

Schließlich fuhr ich überraschend nach Hause. Als ich bei meinen Eltern ankam, konnte ich nur noch rudimentär sprechen. Mir ging es so schlecht, dass ich selbst darum bat, zu einem Psychiater gebracht zu werden. Er wies mich unmittelbar in das Bürgerhospital Stuttgart ein.

Die folgenden vier Monate auf der geschlossenen Station waren für mich eine Hölle. Ich hatte entsetzliche Wahnvorstellungen und Todesängste. Manchmal kauerte ich in einer Ecke auf dem Fußboden, weil ich überzeugt war, andere Patienten wollten mich ermorden. Die Welt war nicht mehr verlässlich. Ich konnte mich nicht auf meine Sinne verlassen und fand keinen sicheren Ort in meinen Gedanken.

Ich war damals der Patient mit der längsten Aufenthaltszeit auf dieser Station. Nach vier Monaten wurde ich für mich überraschend entlassen – gegen meinen Willen und ohne Medikamente, mit der Adresse eines Psychiaters. Ich fühlte mich alles andere als gesund. Aber die Klinikzeit war vorbei, und ich musste versuchen, wieder in ein Leben zurückzufinden, das mir inzwischen fremd geworden war.

Das Abitur konnte ich 1981 nicht mehr ablegen. Ich musste die dreizehnte Klasse wiederholen. Dass ich später 1982 mit der Note 2,2 bestand, war für mich ein wichtiger Erfolg. Es zeigte mir, dass nicht alles verloren war. Damals glaubte ich, mit dem Ende der Psychose sei auch die Erkrankung erledigt.

3 – Ein neuer Anfang, der keiner blieb

Nach dem Abitur begann ich ein Studium für das Lehramt an beruflichen Schulen mit den Fächern Elektro- und Nachrichtentechnik. Ich wollte nach vorne schauen. Medikamente nahm ich nicht mehr, und mit der Psychiatrie wollte ich möglichst nichts zu tun haben.

Das Studium bot mir eine Freiheit, mit der ich nicht gut umgehen konnte. Ich fand zwei Kommilitonen, die ebenso wenig Lust hatten, als Streber zu gelten wie ich. Ich lernte Billard und Gitarre spielen, aber für das Studium tat ich zu wenig. Die Struktur, die mir in der Schule geholfen hatte, fehlte mir.

1984 besuchte ich meine damalige Freundin in Ellwangen. Dort erkrankte ich erneut psychotisch und wurde mit dem Krankenwagen in das Psychiatrische Landeskrankenhaus Winnenden gebracht. In meiner damaligen Wirklichkeit gab es neben der gewöhnlichen Energie eine Energie zweiter Ordnung, die alles Lebendige am Leben hielt. Ich war überzeugt, der Teufel zu sein, während die Menschen in den weißen Kitteln Engel waren.

Nach etwa zwei Monaten wurde ich entlassen. Wieder stand ich vor der Frage, was aus meinem Leben werden sollte. Ich war lethargisch und kümmerte mich um wenig. Doch dann ergab sich eine Möglichkeit, die zu mir passte: die Akademie für Datenverarbeitung in Böblingen.

Dort fühlte ich mich bald wohl. Der Unterricht war schulnah und klar strukturiert. Mein Vorwissen aus dem Studium half mir. Vor allem durfte ich endlich programmieren. Ich wurde Klassensprecher, hatte eine Partnerin und erlebte eine Zeit, in der ich mich gebraucht und zugehörig fühlte.

Es war eine der besten Phasen meines Lebens. Ich dachte, nun hätte ich den richtigen Weg gefunden.

4 – Die Prüfung

Als die Abschlussprüfung näher rückte, geriet mein inneres Gleichgewicht erneut ins Wanken. Ich wurde psychotisch und zettelte an der Akademie eine Revolte an, um eine Forderung gegenüber der Schulleitung durchzusetzen. Was genau mich damals antrieb, kann ich heute nicht mehr vollständig rekonstruieren. Sicher ist: Ich war nicht mehr in der Lage, die Situation so einzuschätzen wie meine Mitschüler und Lehrer.

Ich kam in psychiatrische Behandlung. Nachdem ich mich bei meinen Eltern etwas erholt hatte, fuhr ich nach Böblingen und fragte den Schulleiter, ob ich das dritte Ausbildungsjahr wiederholen dürfe. Er stimmte zu. Das bedeutete mir viel. Ich bekam eine zweite Chance.

Doch kurz vor der erneuten Abschlussprüfung wurde ich wieder psychotisch und kam diesmal in die Klinik nach Tübingen. Die Einzelheiten dieser Krise sind in meiner Erinnerung verblasst. Was ich aber nicht vergessen habe, ist die Hilfe eines Mitschülers, der früher Theologie studiert hatte. Er erklärte sich bereit, mich aus der Klinik abzuholen, zur Prüfung nach Böblingen zu bringen und anschließend wieder zurückzufahren.

So konnte ich die Prüfung ablegen. Ich bestand – trotz Medikamenten und trotz der schwierigen Umstände. Dieser Erfolg war nicht allein meiner. Er gehörte auch dem Menschen, der mich nicht aufgegeben hatte. Damals verstand ich vielleicht noch nicht, wie wichtig solche Unterstützung im Leben eines psychisch erkrankten Menschen werden kann.

5 – Arbeit und die Grenzen des alten Lebens

1988 begann ich bei Stark Systemtechnik in Kemnat bei Stuttgart als Softwareentwickler. Endlich hatte ich eine Stelle in meinem erlernten Beruf. Ich war stolz darauf, wieder im Arbeitsleben angekommen zu sein.

Noch während der Probezeit wurde ich akut psychotisch. Ich vereinbarte einen Termin mit dem Firmeninhaber und erklärte ihm, wie er sein Unternehmen führen müsse. Im Rückblick ist mir klar, dass mein Auftreten nicht zu einem normalen Mitarbeitergespräch passte. Der Firmeninhaber entließ mich zunächst. Mein Vater sprach später mit ihm. Was die beiden besprachen, weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls bekam ich eine zweite Chance.

Die Bedingungen änderten sich allerdings. Ich sollte keinen Kundenkontakt mehr haben und nicht mehrere Programmieraufgaben parallel bearbeiten. Ich nahm das hin. Hauptsache, ich hatte eine bezahlte Anstellung. Während dieser Zeit kam es wiederholt zu psychotischen Krisen. Ich nahm Urlaub, um mich zu erholen, und kehrte anschließend an meinen Arbeitsplatz zurück.

Später fand ich eine zweite Stelle bei Meva-Schalungstechnik in Haiterbach bei Horb, wo ich als CAD-Programmierer arbeitete. Ich zog dafür nach Horb. Beruflich war das keine gute Entscheidung. Die Tätigkeit mit AutoCAD und Schalungstechnik passte nicht zu mir, und ich fand mich in der neuen Umgebung nicht zurecht. Während dieser Zeit erlebte ich zwei Psychosen. Bei der zweiten rief ich den Firmenbesitzer frühmorgens zu Hause an und erzählte ihm Dinge, die keinen Sinn ergaben. Ich verlor die Stelle.

Damit endete mein Versuch, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Ich war nicht einfach zu bequem oder zu wenig ehrgeizig. Ich hatte eine schwere Erkrankung, die meine Möglichkeiten immer wieder durchkreuzte. Das anzuerkennen, fiel mir lange schwer.

6 – Die depressive Hölle

Ich kehrte nach Stuttgart zurück und lebte wieder bei meinen Eltern. Viele frühere Freundschaften waren verloren gegangen. Meine Tage verbrachte ich häufig vor dem Fernseher. Ich redete kaum, war freudlos und sah keinen Sinn mehr in meinem Leben.

Die Jahre von ungefähr 1993 bis 1997 nenne ich meine depressive Hölle. Ich lag die meiste Zeit auf dem Sofa und ließ mich von meiner Mutter versorgen. Selbst das Anziehen konnte zu einem unüberwindbaren Berg werden. Ich hatte kaum Hoffnung, dass sich jemals etwas ändern würde. Es gab auch suizidale Gedanken, aber keinen Suizidversuch.

Meine Mutter war in dieser Zeit der Mensch, der stellvertretend für mich Hoffnung bewahrte. Sie kochte, wusch, putzte und kümmerte sich. Ich bin ihr dafür dankbar. Zugleich wurde mir später bewusst, wie sehr diese Rundumversorgung meine Selbstständigkeit einschränkte. Ich war das Sorgenkind der Familie, und meine Mutter behandelte mich auch so.

Das Arbeitsamt versuchte, mich in verschiedene Maßnahmen zu vermitteln. Eine Belastungserprobung außerhalb Stuttgarts lehnte ich aus Angst ab. Schließlich arbeitete ich etwa eineinhalb Jahre in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung im Rudolf-Sophien-Stift. Doch selbst die niedrigen Anforderungen waren für mich oft nicht zu bewältigen. Ich kam morgens nicht aus dem Bett, hatte viele Fehlzeiten und fand unter den anderen Rehabilitanden keinen wirklichen Anschluss. Schließlich ging ich nicht mehr hin.

Zeitweise wurde erwogen, dass ich in ein Fachpflegeheim ziehen könnte. Ich sah mir die Einrichtung an, lehnte es aber ab. Ich hatte Angst, mein Elternhaus und die Versorgung durch meine Mutter aufzugeben. Meine Welt war klein geworden. Sie bestand aus dem Haus meiner Eltern, meinem Sofa, dem Fernseher und der Hoffnung, dass der nächste Tag nicht schlimmer werden möge.

Als ich keinen Anspruch mehr auf Krankengeld hatte, empfahl mir meine Psychiaterin, eine Erwerbsunfähigkeitsrente zu beantragen. 1996 wurde sie mir unbefristet bewilligt. Die Höhe reichte zum Leben. Das beruhigte mich enorm. Ich hatte große Angst davor gehabt, vom Sozialamt abhängig zu werden oder gar obdachlos zu werden. Die Rente nahm mir wenigstens diese Sorge.

Es war keine Genesung. Aber es war ein Stück Sicherheit.

7 – Ein Ort, an dem ich wieder Menschen fand

Eine wichtige Veränderung kam durch die Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Dienstes in Bad Cannstatt. Zunächst war sie einfach ein Ort, an den ich gehen konnte. Mit der Zeit wurde sie viel mehr: Ich lernte dort Menschen kennen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Ich fand Freunde. Die alten Freundschaften aus meiner Zeit vor der Erkrankung waren weitgehend verschwunden, aber neue Beziehungen entstanden.

Ich war nicht mehr nur derjenige, um den sich andere kümmern mussten. Ich konnte zuhören, mitreden und dazugehören. In der Psychosegruppe, die von einem Psychiater begleitet wurde, begegnete ich Menschen, die nicht erschraken, wenn ich von meinen Erfahrungen erzählte. Ich musste nicht jedes Wort erklären. Über viele Jahre blieb ich dieser Gruppe verbunden.

Auch außerhalb der Tagesstätte veränderte sich etwas. 1998 fand ich eine Partnerin, mit der ich mehrere Jahre zusammenblieb. Im selben Jahr wurde ich auf Olanzapin umgestellt, das bei mir gut wirkte. Mein Vater starb ebenfalls 1998. Unsere Beziehung war schwierig gewesen. Sein Tod war traurig, brachte aber auch eine Veränderung und mehr inneren Raum.

1999 besuchte ich ein Psychose-Seminar. Dort beteiligte ich mich intensiv und fühlte mich angenommen. Am Ende des Seminars lud mich ein junger Mann zum Treffen der Initiative Psychiatrie-Erfahrener Stuttgart ein. Eine Frau machte mich auf die Beschwerdestelle Psychiatrie aufmerksam. Ich nahm beide Einladungen an.

Ich ahnte damals nicht, dass diese Begegnungen den nächsten großen Abschnitt meines Lebens eröffnen würden.

8 – Aus Erfahrung wird eine Aufgabe

In der Initiative Psychiatrie-Erfahrener Stuttgart fand ich Menschen, die nicht nur über ihre Erkrankungen sprechen wollten, sondern auch darüber, wie sich die Psychiatrie verändern sollte. Wir wollten gehört werden. Wir wollten, dass Menschen mit Psychiatrieerfahrung nicht nur Gegenstand von Entscheidungen waren, sondern an ihnen beteiligt wurden.

2001 wurde ich Sprecher der Initiative. Ich engagierte mich außerdem in der Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart und ab 2000 in der Offenen Herberge, einem Selbsthilfeverein mit verschiedenen psychosozialen Angeboten. Von 2002 bis 2006 war ich dort Vorsitzender. Später arbeitete ich im Vorstand weiter.

2005 kam der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Baden-Württemberg hinzu. Die meiste Zeit war ich stellvertretender Vorsitzender, von 2018 bis 2023 Vorsitzender. Ich vertrat die Interessen von Menschen, die häufig wenig Gehör fanden. Ich nahm an Gremien teil, organisierte Veranstaltungen, leitete Arbeitsgruppen und hielt Vorträge.

Das Erstaunliche war: In diesem Bereich konnte ich selbstbewusst auftreten. Was mir außerhalb der Psychiatriewelt schwerfiel, gelang mir dort. Ich kannte die Themen, die Menschen und die Sprache. Ich hatte etwas zu sagen, und andere hörten zu.

Ich gründete andere Initiativen und Vereine mit und brachte mich in Gemeindepsychiatrischen Verbünden ein – zunächst in Stuttgart, später in Freiburg und Emmendingen. Ich lernte, wie viel sich bewegen lässt, wenn Menschen ihre Erfahrungen nicht verstecken, sondern in gemeinsames Handeln verwandeln.

Meine Erkrankung hatte mir vieles genommen. Nun wurde meine Erfahrung zu einer Fähigkeit, die anderen nützen konnte.

9 – EX-IN: Wissen aus Erfahrung

Ein weiterer wichtiger Schritt war EX-IN – Experienced Involvement, die Beteiligung Psychiatrie-Erfahrener. Die Idee dahinter überzeugte mich: Menschen, die psychische Krisen erlebt haben, besitzen ein Wissen, das in der Versorgung gebraucht wird. Sie können andere begleiten, unterrichten und aus ihrer eigenen Erfahrung heraus Perspektiven eröffnen.

Ich engagierte mich beim Aufbau von EX-IN Stuttgart und absolvierte 2008/2009 eine Trainerschulung. Seit 2009 konnte ich selbst Genesungsbegleiterinnen und Genesungsbegleiter ausbilden. Es war eine besondere Erfahrung, Menschen dabei zu unterstützen, aus ihrer Geschichte eine berufliche oder gesellschaftliche Rolle zu entwickeln.

Ich hatte nach meiner Erkrankung nicht mehr in meinem ursprünglichen Beruf arbeiten können. Nun fand ich eine andere Form von Tätigkeit. Sie war nicht nur sinnvoll, sondern passte zu meinen Möglichkeiten. Ich bekam Anerkennung und wurde als Referent eingeladen. Ich schrieb Beiträge und Artikel, arbeitete in Gremien und konnte etwas bewegen.

Vielleicht war es gerade das, was mich so stark antrieb: Ich musste nicht mehr das Gefühl haben, eine Belastung für die Gesellschaft zu sein. Ich konnte etwas zurückgeben von dem, was ich selbst an Unterstützung erhalten hatte.

Doch mein Engagement hatte auch eine Schattenseite. Ich ging häufig über meine Grenzen. Ich wollte zuverlässig sein, gebraucht werden und Aufgaben erfüllen. Die Psychiatriearbeit wurde zu meinem Schutzraum – und zugleich zu einem Bereich, in dem ich mich überfordern konnte. Es gab weitere Krisen und Klinikaufenthalte. Ich erkannte nicht immer rechtzeitig, wann es genug war.

10 – Eine Begegnung, die blieb

2009 lernte ich über die Internetplattform PaPaSu, die Patienten-Partner-Suche, eine Frau kennen, die später meine Ehefrau werden sollte. Wir kamen miteinander in Kontakt und bauten eine Beziehung auf.

Am 22. Oktober 2010 heirateten wir in Teningen. Zunächst zog meine Frau zu mir nach Stuttgart. Ich lebte inzwischen in einer Zweizimmerwohnung. Das Zusammenleben dort war schwieriger, als wir gehofft hatten. Wir stritten viel. Es gab verschiedene Gründe, und die räumlichen und persönlichen Bedingungen taten uns nicht gut.

2011 zogen wir nach Teningen, in die Heimat meiner Frau. Der Ortswechsel tat unserer Ehe gut. Mit 41 Jahren hatte ich endgültig das Elternhaus verlassen. Erst im Zusammenleben mit meiner Frau lernte ich einigermaßen, einen Haushalt zu führen. Das klingt vielleicht selbstverständlich, war für mich aber ein großer Schritt.

Meine Mutter hatte mir vieles abgenommen. Ihre Fürsorge war liebevoll gewesen, hatte aber auch verhindert, dass ich manches selbst lernte. Nun musste ich Verantwortung im Alltag übernehmen. Nicht alles gelang sofort, und ich war nicht plötzlich unabhängig von allen Schwierigkeiten. Aber ich machte Erfahrungen, die ich früher vermieden hatte.

Meine Frau wurde zu dem wichtigsten Menschen in meinem Leben. Eine gute Ehe zu führen, ist bis heute eine Aufgabe, die mir viel bedeutet. Sie gibt mir Halt und Orientierung. Zugleich ist sie keine Therapie und keine Garantie dafür, dass alles leicht wird. Wir müssen unseren Alltag gemeinsam gestalten, mit unseren Eigenheiten und Grenzen.

11 – Südbaden und ein neuer Wirkungskreis

In Südbaden setzte ich mein Engagement fort. Seit 2012 war ich bei Selbsthilfe mit Köpfchen in Freiburg aktiv, einem Verein, der Selbsthilfegruppen, Freizeitangebote und Interessenvertretung verbindet.

Ab 2016 hatte ich bei der Caritas einen Minijob als EX-IN-Trainer. Ich beteiligte mich an der Organisation eines EX-IN-Kurses in Freiburg, der 2018/2019 stattfand. Ein zweiter Kurs musste wegen der Corona-Pandemie nach dem ersten Modul abgebrochen werden. Danach arbeitete ich zwei Jahre als Genesungsbegleiter im Sozialpsychiatrischen Dienst Freiburg.

Ich war dankbar, dass meine Vorgesetzten mir Wechsel zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen ermöglichten. So konnte ich dort tätig sein, wo ich gebraucht wurde und wo meine Fähigkeiten am besten passten.

2021 gründete ich das Recoverycollege Südbaden. Es sollte ein Bildungsort sein, an dem vor allem Erfahrungswissen vermittelt wird. Menschen sollten voneinander lernen können – nicht nur über Diagnosen und Behandlung, sondern über Wege, mit seelischen Erschütterungen zu leben und wieder eigene Perspektiven zu entwickeln.

2022 entschied sich ein Kollege aus dem Ambulant Betreuten Wohnen der Caritas, das Projekt mit mir gemeinsam zu betreiben. Ohne ihn würde es das Recoverycollege heute vermutlich nicht mehr geben. Auch das ist eine Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe: Gute Vorhaben entstehen selten durch eine einzelne Person. Sie brauchen Verbündete.

12 – Der Glaube und die Suche nach einem Zuhause

2022 verbrachte ich eine Zeit im Kloster Lichtenthal in Baden-Baden. Eigentlich wollte ich mich dort erholen und Ruhe finden. Im Klosterladen kaufte ich zwei Bücher, die für meinen weiteren Weg wichtig wurden. Ich begann, mich intensiver mit christlichen Themen zu beschäftigen. Ich las, hörte Predigten und christliche Musik und beschäftigte mich mit der Bibel.

Ich besuchte später die MEHR-Konferenz in Augsburg, eine dreitägige Glaubensveranstaltung mit mehr als zehntausend Menschen. Ich entschied mich bewusst, ein bekennender Christ zu werden und Jesus zu folgen. Obwohl ich schon mein ganzes Leben an Gott geglaubt hatte, verstand ich mich nun in einer neuen Weise als Christ.

Eine Zeit lang beschäftigte mich die Bibel sehr intensiv. Ich verstand sie als Gottes Wort und einzige Wahrheit und versuchte, sie wörtlich zu nehmen. Dadurch entwickelte ich eine Nähe zu fundamentalistischen Überzeugungen und fühlte mich von evangelikalen Kreisen angezogen. Inzwischen versuche ich, mich davon zu lösen und einen liebevolleren Glauben zu finden. Das fällt mir nicht leicht. Ich bin weiterhin auf der Suche nach einer Form des Christseins, die zu mir passt.

Eine Gemeinde, in der ich mich wirklich angenommen und eingebunden fühle, habe ich bisher nicht gefunden. Das hat auch mit meiner zunehmenden sozialen Unsicherheit zu tun. In der Psychiatriewelt wusste ich, wie ich mich bewegen konnte. Außerhalb dieses vertrauten Rahmens fällt mir vieles schwerer.

Der Glaube gibt mir Halt und Orientierung. Er ist zu einem Boden geworden, auf dem ich stehen möchte. Aber auch hier ist nicht alles abgeschlossen. Ich suche weiter.

13 – Rückzug ist kein Scheitern

Über viele Jahre war mein Engagement für Psychiatrie-Erfahrene mein Lebensmotor. Ich setzte mich ein, weil ich wusste, wie wichtig es ist, gehört und ernst genommen zu werden. Ich erlebte Anerkennung und konnte etwas bewirken. In gewisser Weise hatte ich mir eine passende Arbeitswelt geschaffen, ein Biotop, in dem meine Fähigkeiten gefragt waren.

Doch mein Horizont wurde dadurch auch enger. Ich beschäftigte mich fast ausschließlich mit psychiatrischen Themen. Außerhalb dieser Welt bewegte ich mich wenig. Meine Identität war stark mit meinem Engagement verbunden. Ich nenne das nicht einfach Krankheitsidentität, denn in dieser Welt erlebte ich viel Gesundes: Freundschaft, Solidarität, Sinn und Gemeinschaft. Trotzdem wurde es schwierig, mir ein Leben jenseits davon vorzustellen.

2023 kandidierte ich nach langem Ringen nicht erneut für den Vorstand des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener. Als die Entscheidung gefallen war, fiel eine große Last von mir ab. Ich hatte mehr Zeit für mich und meine Frau. Ich reduzierte mein Engagement deutlich und behielt vor allem meine bezahlte Arbeit für das Recoverycollege bei.

Das fühlte sich wie eine Befreiung an. Zugleich war es verunsichernd. Wenn eine Aufgabe, die einen über Jahrzehnte getragen hat, kleiner wird, entsteht Raum. Aber Raum kann auch Angst machen. Ich musste lernen, freie Zeit nicht sofort als Leere zu erleben.

Ich bin nicht immer gut darin. Es fällt mir weiterhin schwer, aus eigenem Antrieb allein aus der Wohnung zu gehen und mich zu bewegen. Aber ich kann inzwischen besser mit freien Tagen umgehen als früher. Auch das ist eine Veränderung.

14 – Die Rückseite der Genesung

Wenn ich heute über Recovery spreche, denke ich nicht an eine Erfolgsgeschichte, in der Schwierigkeiten irgendwann verschwinden. Ich war bis heute 24-mal stationär in psychiatrischer Behandlung, meist wegen akuter Psychosen. Häufig kam ich zunächst auf eine geschlossene Station. Ich wurde mehrfach fixiert und war mehrfach in einem Isolierzimmer.

Solche Erfahrungen hinterlassen Spuren. In einer akuten Psychose kann die eigene Wirklichkeit so überzeugend sein, dass jede Erklärung von außen abprallt. Ich habe geglaubt, ich sei der Teufel, eine Wiedergeburt Jesu, ein Roboter, der von Außerirdischen zurückgelassen worden sei, oder der Nachfolger meines Vaters, den ich für Zeus hielt. In einer Klinik war ich überzeugt, die Menschen auf der Station seien die letzten Überlebenden eines Atomkriegs.

Manche Erinnerungen sind bizarr, andere erschreckend. Einmal glaubte ich, sterben zu müssen, und bat das Personal um Gift. Man gab mir Traubensaft. Ich legte mich hin und wartete auf den Tod, bekam dann aber Angst und bat um ein Gegengift. In einer anderen Situation glaubte ich, Gott beauftrage mich, spätabends in die Kirche auf dem Klinikgelände zu gehen. Als das Personal mich davon abhalten wollte, eskalierte die Situation. Ich wurde überwältigt und ins Isolierzimmer gebracht.

Ich erzähle diese Dinge nicht, um zu schockieren. Sie gehören zu meiner Geschichte und zeigen, wie radikal sich die Wahrnehmung in einer Psychose verändern kann. Zugleich zeigen sie, wie schwierig solche Situationen für Angehörige und Mitarbeitende sind.

Es gab auch Krisen, in denen ich selbst bemerkte, dass ich psychotisch wurde, und mich bewusst in eine Klinik begab, um eine Eskalation zu verhindern. Nicht jede Aufnahme verlief gleich. In den letzten Jahren gelang es mir häufiger, geordnet und ohne Polizei oder Krankenwagen aufgenommen zu werden.

Zwischen 2019 und 2024 war ich insgesamt fünfmal wegen akuter Psychosen im Zentrum für Psychiatrie Emmendingen. Das passt nicht zu einem einfachen Bild von Genesung. Aber vielleicht ist gerade das wichtig: Ein Mensch kann Fortschritte machen und trotzdem wieder krank werden. Er kann Verantwortung übernehmen und dennoch Hilfe benötigen. Er kann viel gelernt haben und in einer Krise wieder die Orientierung verlieren.

15 – Was bleibt, wenn die Aufgabe kleiner wird

Seit 2025 habe ich meine über Jahre gleichbleibende Medikation grundlegend verändert. Ich hoffe, dass sich das positiv auswirkt. Was daraus wird, muss sich zeigen. Ich möchte keine Versprechen machen, die das Leben nicht einlösen kann.

Ich bin dankbar, dass ich mich nach schweren psychotischen Phasen wieder erholt habe und kognitiv zu einem guten Leistungsniveau zurückgefunden habe. Das ist nicht selbstverständlich. Manche Menschen behalten nach schweren Psychosen Einschränkungen, die ihren Alltag dauerhaft prägen. Bei mir war es anders, auch wenn die Erkrankung mein Leben stark bestimmt hat.

Heute versuche ich, kürzerzutreten. Ich bin 64 Jahre alt und erlaube mir, nicht mehr alles leisten zu müssen. Meine Arbeit für das Recoverycollege ist geblieben, aber sie steht nicht mehr über allem. Meine Frau, mein Glaube und ein ruhigerer Alltag sind wichtiger geworden.

Ich habe mich lange über Leistung definiert. Vor der Erkrankung war ich stolz auf meine schulischen und sportlichen Erfolge. Später fand ich in der Selbsthilfe eine neue Möglichkeit, etwas zu leisten. Es fällt mir noch immer schwer, mich anzunehmen, wenn ich nichts vorzuweisen habe. Das Recovery-Konzept kenne ich gut, habe es aber nicht vollständig verinnerlicht. Selbstmitgefühl ist für mich keine einfache Übung. Oft stehe ich noch immer im Krieg mit mir selbst.

Trotzdem hat sich etwas verändert. Ich kann inzwischen dankbarer auf mein Leben schauen. Ich habe durch die Erkrankung eine soziale Haltung entwickelt, die ich früher vielleicht nicht in diesem Maß gehabt hätte. Ich habe gelernt, Menschen mehr nach ihrem Charakter zu würdigen als nach ihrer Leistungsfähigkeit.

Das ist kein Ausgleich für das Leiden. Es macht die Psychosen nicht gut und die Depressionen nicht notwendig. Aber es ist etwas, das aus meinem Leben hervorgegangen ist.

16 – Ein anderes Maß für ein gutes Leben

Meine Eltern haben mich geliebt und unterstützt. Mein Vater half eher bei praktischen Dingen, meine Mutter war lange für vieles zuständig. Unsere Familie hatte schwierige Seiten. Die Ehe meiner Eltern war nicht glücklich, und ihre heftigen Auseinandersetzungen belasteten mich. Zugleich muss ich ihre Lebensgeschichte sehen: Sie gehörten einer Generation an, die Krieg, Nachkriegszeit, die NS-Zeit und frühe Armut erlebt hatte. Sie konnten nur mit den Möglichkeiten erziehen, die ihnen selbst zur Verfügung standen.

Ich bin meiner Mutter dankbar, auch wenn ihre Fürsorge meine Selbstständigkeit erschwerte. Ich bin meinem Vater dankbar, auch wenn unsere Beziehung schwierig war. Heute kann ich beides nebeneinander stehen lassen.

Ich habe keine Kinder. Seit 2010 bin ich verheiratet. Meine Frau ist der wichtigste Mensch in meinem Leben. Dass es mindestens einen Menschen gibt, der mich liebt und den ich lieben darf, ist für mich ein großes Glück. Eine gute Ehe zu führen, ist mein wichtigstes weltliches Ziel. Wir haben gelernt, dass Nähe nicht bedeutet, alles gemeinsam und auf engstem Raum tun zu müssen. In unserer Wohnsituation mit getrennten Wohnungen in einer Seniorenwohnanlage haben wir mehr Eigenständigkeit gewonnen, ohne dass unsere Beziehung darunter gelitten hätte. Im Gegenteil: Sie ist dadurch sogar besser geworden.

Wenn ich heute an ein gutes Leben denke, stelle ich mir nicht vor, dass ich wieder der leistungsfähige junge Mann von früher werde. Ich muss nicht zurück zu dem, was vor 1981 war. Mein Leben ist anders geworden. Es enthält Krankheit, Abhängigkeit vom Sozialsystem, Klinikaufenthalte und soziale Ängste. Es enthält aber auch Liebe, Freundschaften, Glauben, sinnvolle Arbeit, Unterstützung und die Freiheit, weniger zu müssen.

Vielleicht ist das die wichtigste Veränderung: Ich messe mein Leben nicht mehr ausschließlich daran, was ich leisten kann.

Epilog – Du bist nicht deine Diagnose

Wenn ich einem Menschen etwas mitgeben möchte, der gerade in einer psychischen Krise steckt, dann wäre es dies: Deine Diagnose ist nicht deine ganze Identität. Sie beschreibt etwas, das du erlebst. Sie kann erklären, warum manches schwer ist. Aber sie sagt nicht alles darüber aus, wer du bist und was noch möglich werden kann.

Ich kann nicht versprechen, dass es immer besser wird. Ich kann auch nicht behaupten, dass Hoffnung allein genügt. Ich hatte Unterstützung, ein Dach über dem Kopf und finanzielle Sicherheit. Das waren wichtige Voraussetzungen. Andere Menschen haben diese Sicherheiten nicht. Ein gutes Leben hängt nicht allein vom Willen des Einzelnen ab. Es braucht Beziehungen, passende Hilfen, materielle Sicherheit und eine Umgebung, die Menschen nicht auf ihre Erkrankung reduziert.

Ich hatte 24 psychiatrische Klinikaufenthalte. Ich habe schwere Psychosen und lange Depressionen erlebt. Und ich bin heute verheiratet, arbeite in einem Bereich, der mir Sinn gibt, beschäftige mich mit meinem Glauben und kann mich über vieles freuen. Beides gehört zu mir.

Recovery bedeutet für mich nicht, dass alles wieder so wird wie früher. Es bedeutet, dass ich trotz meiner Verletzlichkeit ein eigenes Leben führen kann. Dass ich nicht nur Patient bin. Dass ich lieben, lernen, beitragen, zweifeln und hoffen kann.

Manchmal ist ein gutes Leben ein großes Projekt. Manchmal besteht es nur darin, aufzustehen, einen Menschen anzurufen oder den Tag zu überstehen. Beides zählt.

Ich bin noch da. Und mein Leben gehört mir – auch mit meiner Erkrankung.